Arbeitsgemeinschaft Urgeschichte Lüneburg
Modellprojekt Glüsingen

Die Projekte der AG Urgeschichte

Die Ausgrabung Glüsingen

    Bitte werfen Sie einen Blick auf: www.chronik-oerzen.de und auf www.dorf-gluesingen.de

Gleichzeitig wird in dieser Ausstellung auch über die Tätigkeit der Lüneburger Arbeitsgemeinschaft Urgeschichte informiert, die seit Ende der achtziger Jahre im Gebiet des Landkreises Lüneburg tätig ist.

Bei der Ausgrabung eines Backofens durch die AG in Glüsingen bei Betzendorf konnten Siedlungsschichten freigelegt werden, die weit in das frühe Mittelalter, in die Entstehungszeit der meisten der heutigen Dörfer also, hineinreichen. Den frühmittelalterlichen Funden aus Glüsingen werden gleichzeitige Exponate von älteren Grabungen in Bardowick und Rohstorf gegenübergestellt.

Der Glüsinger Backofen wurde über mehrere Jahrhunderte an der gleichen Stelle betrieben, bevor er in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts einem Hausbau weichen mußte.

Mehrere übereinanderliegende Backflächen, aufgrund der intensiven Nutzung des Ofens immer wieder reparatur- und erneuerungsbedürftig, legen Zeugnis ab von der Bedeutung, die dieser Ofen für einen mittelalterlichen bäuerlichen Wirtschaftsbetrieb hatte.

In die Zeit vor etwa 2500 Jahren führt die Ausgrabung, die die AG Urgeschichte 1994/95 auf einem Urnenfriedhof der älteren Eisenzeit in Oldendorf (Luhe) durchführte. Freigelegt wurde der Rest eines Begräbnisplatzes, der ansonsten der Feldbestellung zum Opfer gefallen wäre. Es handelt sich um den dritten Urnenfriedhof dieser Epoche im Umfeld der Oldendorfer Totenstatt, einer Gruppe von mehreren vorgeschichtlichen Grabmonumenten; dem wohl bekanntesten archäologischen Ausflugsziel im Landkreis Lüneburg. Zuletzt wurde ein solcher Urnenfriedhof gegen Ende der sechziger und in den siebziger Jahren bei Soderstorf vom Harburger Helms-Museum ausgegraben.

Auf dem Gelände der Thomasburg, urkundlich erstmals im Jahre 1124 erwähnt, konnte die AG Urgeschichte ebenfalls einige interessante Funde bergen.

So konnte gezeigt werden, daß die Besiedlung des späteren Burgberges bereits am Ende der jüngeren Steinzeit begann. Auch in der Zeit der Völkerwanderung, dem 4./5. Jahrhundert, haben Menschen diesen Ort aufgesucht. Später war die Thomasburg ein Adelssitz, auf dem sich eine Kirche mit einem wehrhaften Rundturm befand.

Seinen befestigten Charakter verlor der Ort vermutlich im späten Mittelalter.

Ebenfalls in das späte Mittelalter fällt das Ende des "Barghofes" in Betzendorf, auf dem die AG Urgeschichte bei der Anlage eines Suchschnittes im Sommer 1995 eine Reihe von Keramikscherben bergen konnte, deren Datierungsspielraum um 1400 endet. Der Fund einer Lüneburger Münze, eines sog. Witten (um 1381) und eine historische Nachricht über den Untergang dieses adeligen Hofes (vor 1385) bestätigen diese Datierung.

Anhand der derzeit andauernden Grabungen der AG Urgeschichte in Glüsingen bei Betzendorf sollen durch das planmäßige Zusammenführen der bisher bekannten schriftlichen und archäologischen Quellen mit neuen Grabungsfunden neue Erkenntnisse für die Regionalgeschichte gewonnen werden.

Die nebenstehend abgebildete Karte zeigt in einer Zusammenschau alle bis dato bekannt gewordenen Funde und Fundplätze in der Gemeinde Betzendorf:

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Ein erstes Zwischenergebnis ist diese "Archäologische Dorfchronik" des Ortes Glüsingen. Es ist geplant, an dieser Stelle auch weiterhin über die dortigen Grabungen zu berichten.

D. Gehrke M.A.

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